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J.Hollenbach

Deutschlandfunk, 14.11.2009

Betrieb okay, Berufsschule oh weh
Wenn Auszubildende Berufsschulen schlechte Noten ausstellen

Moderation: Regina Brinkmann

In einer Umfrage unter Auszubildenden kritisiert weit über die Hälfte der Befragten die schlechte Kooperation zwischen Schule und Lehrbetrieb. Demnach würden die betrieblichen Arbeiten eher selten im Unterricht behandelt.

Den vollständigen Artikel erreichen Sie im Internet unter dieser Verknüpfung.

Meine Anmerkung zu diesem Thema:

Sind die Berufsschulen schlecht?
Nein, die Schulen und die Lehrer nicht, aber das System der Zusammenarbeit Schule / Wirtschaft, die Art und Weise, ist schlecht angelegt:
Zeitlich:
Häufig neigen Berufsschulen dazu, einzelne, nicht zusammenhängende Unterrichtstage zu organisieren anstatt Wochenblöcke, z.B. 1 Woche zu 2 Wochen, mit den Betrieben abzustimmen.
Kommentar einiger Berufsschullehrer: "Eine ganze Woche können wir die Schüler nicht ertragen!"
Inhaltlich:
Während die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen zur Erreichung von Kompetenzen im Vordergrund der Berufsausbildung stehen und ganz andere Vermittlungsformen (Projekt- und Teamarbeit) im Betrieb angesagt sind, wird in der Berufsschule in Fächern gelernt.
Fachlich:
Es geht nicht darum, in der Berufsschule Spezialwissen zu vermitteln. Das wird im Rahmen der Berufserfahrung am Arbeitsplatz erfahren und vermittelt. Aber solides fachliches Grundwissen ist angesagt, ggf. auch Nachhilfe für allgemeines Schulwissen. Die Berufsschule benötigt insofern nicht eine mit allen Einrichtungen versehene "Scheinfirma".
Lehrerqualifikation:
Berufsschullehrer benötigen eine fachliche Berufserfahrung, es sollten ggf. fachlich versierte Lehrbeauftragte zugelassen werden.

Die Zusammenarbeit auf persönlicher Ebene mit Berufsschulen ist immer dann gut und effektiv, wenn eine große Anzahl Auszubildender eines Betriebes dahinter steht.